Hamburg - Montevideo - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Aktuelle Reisen > 2018 Südamerika
Hamburg – Montevideo 11.04.2018 – XX.05.2018

Wir halten uns wach, um das Auslaufen mitzuerleben. Doch kurz vor Mitternacht finden wir die Brücke dunkel und verlassen vor, das Tor ist noch geöffnet, es ist keinerlei Aktivität festzustellen. Hier scheint etwas nicht so zu laufen wie geplant.
 
Tatsächlich liegen wir am nächsten Morgen immer noch im Hafen. Offenbar muss noch weitere Fracht aufgenommen werden. Die neue Abfahrtszeit ist 14:00 Uhr, welche auch mehr oder weniger eingehalten wird. Leider ist das Wetter trüb und kühl. Trotzdem harren wir aus, bis wir beim Schulauer Fährhof traditionsgemäss mit der italienischen Nationalhymne verabschieden lassen.
 
Nach einem vollen Tag auf See laufen wir schliesslich spätabends im Roro Terminal von Tilbury ein. Hier liegen wir bis zum nächsten Abend, um dann zum Container Terminal umzuziehen. Dies gibt uns die Gelegenheit für einen Landgang nach London. Das trübe und kühle Wetter hält an, doch trotzdem geniessen wir einen abwechslungsreichen Spaziergang durch die Stadt.
 
Bei sonnigem Wetter verlassen wir schliesslich Tilbury Richtung Ärmelkanal. Die Freude ist leider nur von kurzer Dauer. Bereits am nächsten Morgen erfahren wir, dass wir aufgrund von schlechten Wetterbedingungen vor dem Cabo Finisterre für 3 Tage in der Bucht von Le Havre ankern werden. Das Wetter hier ist ausgezeichnet, und wir erwischen sogar ein mobiles Netz von fernen Festland, so dass wir uns zumindest mit Whatsapp ein bisschen die Zeit vertreiben können. Unterdessen hat sich unser Alltag auf der Grande Buenos Aires gut eingependelt. Da wir bereits um 11:00 Uhr Mittagessen müssen, vergeht der Vormittag mit „ausgedehnten“ Spaziergängen an Deck sehr zügig. Aufgrund der warmen Temperaturen können wir am Nachmittag jeweils die Campingstühle an Deck nehmen, uns sonnen und lesen, und natürlich auch wieder wandern. Nach dem Abendessen, welches wir um 18:00 Uhr einzunehmen haben, können wir uns mit Tischfussball und Tischtennis nochmals sportlich betätigen. Mit unterdessen fünf Tagen Verspätung sind wir bei leider etwas schlechterem Wetter unterwegs entlang der französischen, portugiesischen und marokkanischen Küste Richtung Dakar.
 
Am 24.4.2018 nähern wir uns Dakar. Leider ist die Grimaldi-Pier nicht frei, und wir mischen uns unter die anderen Schiffe, die auch vor Dakar ankern. Offenbar können wir erst am 29.4.2018 in den Hafen reinfahren. Das bedeutet wohl weitere fünf Tage Verspätung und Warten am Haken. Kaum sind wir richtig festgemacht, nähern sich schon die ersten „fliegenden Händler“ welche Fische, Garnelen und auch SIM-Karten verkaufen. Der Handel wird über Angelleinen und Seile mit Eimer daran abgewickelt. Die Ware ist laut Kapitän völlig überteuert. Da die SIM-Karten offenbar nur teilweise funktionieren, verzichten wir auf einen Kauf und vertreiben uns die Zeit mit Wandern und Lesen.
 
Endlich dürfen wir in den Hafen einlaufen. Nachdem unsere Visa’s und die Passkopien bereit sind und die Quarantäneflagge entfernt wurde, dürfen wir uns auf Deck 3 einfinden. Nachdem wir einen Helm und eine Warnweste gefasst haben, und uns in der Passagierliste ausgetragen haben, werden wir zum Tor eskortiert. Zu viert marschieren wir los, auf der Suche nach einem stabilen WLAN. Da gerade Sonntag ist, kann man gar nicht so richtig erkennen, wo sich die Geschäftsstrassen befinden würden. Rasch zeigt sich, dass wir wohl im schwer bewachten Hotel Pullman auf unsere Kosten kommen. So ist es. Kaum verlassen wir diese geschützte Umgebung sind wir wieder Freiwild. Wir probieren höflich zu bleiben, doch dies gelingt nicht immer.
 
Ausnahmsweise liegen wir vor dem Fahrplan, und können aus diesem Grund am zweiten Hafentag nicht mehr in die Stadt. Um die Mittagszeit verlassen wir Dakar in Richtung Südamerika.
 
Die Überfahrt über den Atlantik verläuft reibungslos. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite. Nach der Überquerung des Äquators lädt der Kapitän alle zu einem Grillabend ein. Zu diesem Anlass erhalten wir, und einige junge Matrosen die Äquatortaufe durch King Neptun.
 
Etwas Abwechslung bringt auch ein Rundgang durch den Maschinenraum und das Manöverdeck.
 
Am frühen Morgen des 7. Mai erreichen wir schliesslich den Hafen von Vitoria/Vila Velha in Brasilien, wo wir wieder einmal Festland betreten können. Leider nimmt das Geld wechseln so viel Zeit in Anspruch, dass wir keine Möglichkeit haben, uns Vitoria anzuschauen. Die Hafenausfahrt bei Nacht ist sehr schön.
 
Bereits am nächsten Tag erreichen wir Rio de Janeiro, wo wir aber bereits wieder ankern, und auf die Einfahrt in den Hafen warten müssen. Zum Glück bessert sich das Wetter, so dass wir eine wunderschöne Hafeneinfahrt mit tollen Ausblicken geniessen können. Trotzdem dass es bereits auf den Abend zugeht, entscheiden wir uns für einen Landgang. Wir fahren mit dem Taxi in die Rio Branco, welche im Stadtzentrum liegt. Dort trinken wir unseren ersten Espresso seit mehr als vier Wochen und geniessen für kurze Zeit die Grossstadt. Die Hafenausfahrt am nächsten frühen Morgen wird dank idealem Licht noch spektakulärer als die Einfahrt am Vortag.
 
In Santos, der Hafenstadt von Sao Paulo reicht es nur für einen ganz kurzen Landgang. Zum Glück können wir einen Vorort von Santos zu Fuss gut erreichen.
 

In Paranagua freuen wir uns auf einen ganzen Tag an Land. Die Freude wird ein bisschen getrübt durch ein sehr kompliziertes und langwieriges „Einreiseverfahren“. Trotzdem bleiben uns gute drei Stunden um durch die gemütliche und beschauliche Innenstadt zu streifen.
Die Grande Buenos Aires verlässt Brasilien, fährt an Uruguay vorbei und erreicht Argentinien. Vom sehr breiten Rio de la Plata biegen wir kurz nach Buenos Aires in einen schmalen Fluss ein, der uns nach Zarate bringt. Dies ist unsere letzte Station vor Montevideo. Hier liegen wir zwei Tage und können uns ohne Zeitdruck im gemütlichen Ort umsehen. Unterdessen ist es Spätherbst geworden. Die Tage werden kurz, und die Temperaturen liegen nur knapp im zweistelligen Bereich.
Wir nehmen die letzte Etappe in Angriff, und freuen uns darauf, in Montevideo zusammen mit unserem Camper von Bord zu gehen.
Ein spannender Einstieg in unsere Reise geht mit etwas Verspätung nach fünfeinhalb Wochen zu Ende
 
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