Piedras Negras - Grenchen - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Piedras Negras - Grenchen

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Piedras Negras – Grenchen 26.06.2022 – 18.07.2022

Am anderen Ende der Brücke werden wir von Kameras ins Visier genommen. Die Schranke geht auf, weitere Kameras und eine Ampel. Die erste ist grün, die zweite rot. Eine Truppe in sandfarbenen Tarnanzügen und eine Katze möchten unseren Camper durchsuchen. Auch das Handschuhfach und die Ablage zwischen den Sitzen. Ein junger Mann durchsucht akribisch jeden Schrank, und die Chefin möchte die Autopapiere sehen. Für Pässe interessiert sich niemand. Irgendwann stösst man auf unseren Weinkeller. Wir haben in den USA aus kostenoptimierungsgründen ein wenig aufgestockt. Auch gibt es in Mexiko die praktischen Box-Weine nicht zu kaufen. Wieviel ml sind denn so in einer Flasche? Keine Ahnung. Der Vorgesetzte nimmt eine Flasche in die Hand und sucht verzweifelt die Information. Auch ein Karton dreht er hilflos auf alle Seiten. Dann zückt er sein Handy, öffnet den Taschenrechner und gibt vor zu rechnen. Als Ergebnis verkündet er uns strahlend, dass alles in Ordnung ist, und wir fahren dürfen. Wir sind auch der Meinung, dass die 15 Liter kein Problem darstellen. Man weist uns den Weg aus dem Gelände, und schon sind wir in Mexiko. Unser erstes Ziel ist der Walmart, um unsere SIM Karte wieder zu aktivieren. Wir geniessen es sehr, dass Avocados und Mangos wieder im Kilopreis, und nicht im Stückpreis angeboten werden. Wir haben noch eine lange Fahrt vor uns. Es gibt in dieser Gegend, und entlang der vielbefahrenen Autobahn Nr. 57 nicht allzu viele Übernachtungsplätze. Die Temperaturen sind immer noch sehr hoch und macht keine Lust auf eine lärmige Tankstelle. Wir steuern das Hotel Imperial, Trailer Park mit Pool in Saltillo an. Wir sind die einzigen Camper, und auf dem Trailer Park spielen die auf längere Zeit im Hotel einquartierten Inder (Software-Programmierer) Cricket. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, auf einem wunderbaren schattigen Platz zu parkieren. Wir haben einen Ruhetag verdient und bleiben zwei Nächte. Saltillo ist eine lebhafte Stadt. Was für ein Unterschied zu den menschenleeren Innenstädten in den USA. Nach dem Fussmarsch ins Zentrum und zurück gibt es eine Abkühlung im Pool. Der Bademeister schläft. Ein weiterer langer Fahrtag nach Matehuala liegt vor. Die «57» ist immer noch voller LKW’s und auch sonst sehr viel Verkehr. Um die Mittagszeit stellen wir uns auf einem Rastplatz unter einen Baum. Kurz darauf stehen zwei Beamte vor der Tür, und wollen wissen was wir hier tun. Mittagessen. Sie wollen unsere Ausweise sehen. Der offensichtlich vorgesetzte Beamte, sie sind von INM (Einwanderungsbehörde) bellt mich an, warum wir dem Autobus nachgefahren sind, oder der Autobus uns, so genau habe ich es nicht verstanden. Welcher Autobus? Na der da drüben, der vor dem Restaurant parkiert! Wir sind einfach auf der Autobahn gefahren, wer vor oder hinter uns fährt, und zufälligerweise in der Mittagszeit auf einem Rastplatz halt macht interessiert mich wirklich nicht. Er nimmt unsere Ausweise und ruft mit seinem Funkgerät jemanden an, bellt auch da in den Äther und schliesslich muss uns der Gehilfe die Ausweise zurückbringen. Wir möchten noch wissen, warum wir hier kontrolliert worden sind. Der junge Mann möchte etwas erklären, doch der Vorgesetzte hupt schon und deutet ihm unmissverständlich, er möge unverzüglich einsteigen, und weg sind sie. Böse Zungen würden nun munkeln, sie würden gescheiter an der Grenze die Ausweise kontrollieren, als hier auf einem Rastplatz. Aber das verstehen wir wahrscheinlich einfach nicht.
Wir übernachten wieder bei einem Hotel. Die Temperaturen sind in der Zwischenzeit gesunken, und es ist wieder angenehm, da es in der Nacht auch wieder knapp unter 20 Grad wird.
Der letzte lange Fahrtag führt uns nach San Miguel de Allende. Hier wollen wir ein bis zwei Wochen bleiben. Der Stellplatz liegt sehr nahe beim Zentrum. Wir vertrauen Dolores, dem Garmin und landen schon sehr bald auf Kopfsteinpflasterstrassen, die immer enger werden. Einige Abzweigungen, die sie dann vorschlägt führen steil den Berg hinunter, was wir wohlweislich unterlassen. Schliesslich führt sie uns zielstrebig in die Fussgängerzone. Herzlichen Dank. Wir machen einen kleinen Umweg, wo der Linienbus durchkommt sollte auch für uns möglich sein. Das klappt, und nach einer letzten Gasse in der verkehrten Fahrtrichtung stehen wir vor dem Tor. Hans und sein Mutter empfangen uns herzlich und wir fühlen uns sofort wohl hier. Zum Hauptplatz sind es zehn Minuten zu Fuss, zum City Market, der unserem Globus ohne Probleme das Wasser reichen kann, auch etwa so viel, und die Bäckerei mit richtigem Brot liegt sogar noch näher. Ideal.
Leider verliert unser Toyota seit geraumer Zeit etwas Öl an der Vorderachse. Glücklicherweise gibt er hier in der Nähe einen deutschen Automechaniker, der unter Reisenden einen guten Ruf geniesst. Wir nehmen Kontakt auf, und dürfen gleich heute noch hinfahren, um das Problem zu lokalisieren. Eventuell müssen wir ja Ersatzteile aus der Schweiz mitbringen. Die Analyse ist etwas überraschend. Unsere Vorderachse ist an zwei Stellen gerissen und muss geschweisst werden. Matthias hat nächste Woche noch Zeit, und so kann das hoffentlich noch vor unserer Heimreise repariert werden.
Die Tage im schönen San Miguel vergehen wie im Flug. Wir haben ein nettes Café gefunden, und die Läden und Kunstmärkte bieten viel für das Auge.
Schon ist der Mittwoch da, und wir fahren zu Matthias in die Werkstatt. Wir haben den Termin gestern nochmals bestätigt. Schweizerisch pünktlich sind wir um 9:29 Uhr da. Wir sind etwas erstaunt, dass weder Matthias, noch sein Chefmechaniker hier sind, und dass niemand weiss, dass wir kommen, geschweige denn warum wir kommen. Ein Arbeiter weiss, dass der Chefmechaniker etwas später zur Arbeit kommt. Kurz nach 10 Uhr trifft er ein, und beachtet uns zuerst mal gar nicht. Irgendwann kommt er zu uns und fragt, ob wir zu Matthias wollen. Nein, eigentlich sind wir hier, um das von Dir diagnostizierte Problem zu lösen, und den Termin haben wir eigentlich abgemacht, als Du dabei warst. Ach so, das Problem. Ja, dann wollen wir schauen, ob wir da etwas machen können. Noch vor 11 Uhr können wir in die Halle fahren, und die Diskussionen starten, wie man das Problem angehen möchte. Carlos startet mit der Arbeit und schon bald zeichnet sich ab, dass dies auf jeden Fall länger dauert als angenommen. Bevor man uns verkündet, dass nun eine Stunde Mittagspause gemacht wird, stellen wir mit den beiden Jungs klar, dass wir das wie abgemacht heute noch fertiggestellt haben möchten. Ja, das sei die Idee. Wir finden das eine gute Idee. Matthias kommt erst kurz vor 18 Uhr in die Werkstatt, und schlägt sogleich vor, dass wir doch hier übernachten sollen, und die Arbeit morgen fertiggemacht wird. Nach einem kurzen Wortwechsel in dem Herbie erklärt, dass wir nicht hier übernachten, sondern dass dies heute fertiggemacht wird, ist Matthias ziemlich wütend, kommt sich aber später entschuldigen, und sieht ein, dass es einfach noch eine kurzen Effort braucht, und dann die Sache erledigt ist. So trennt man sich kurz vor 19 Uhr friedlich.
Wir geniessen die Tage in San Miguel, habe immer etwas zu werkeln, einzukaufen, und anzuschauen. Am Sonntag besuchen wir den botanischen Garten, wo es heute anlässlich eines Jubiläums traditionelle Tänze zu Trommelklängen zu sehen gibt.
Der Tag der Abfahrt ist da, und wir nehmen die letzten 200 km bis zum Storage in Tepotzotlan unter die Räder. Die Fahrt auf der 57D verläuft gut und kurz vor 16 Uhr stehen wir vor dem riesigen Tor. Raoul öffnet uns. Das Gelände von Pepe’s RV Park und Posada ist entsprechend dem Eingangstor ebenfalls riesig. Das Hotel ist nicht mehr in Betrieb, und das Hauptgeschäft scheint der Storage zu sein. Wir sind die einzigen Gäste. Die Autos unserer Freunde, Junior und Friedli finden wir nur mit Hilfe von Raoul. Die beiden stehen gut und überdacht und wir können Bachmanns und Haslingers diese freudige Nachricht übermitteln. Etwas weniger erfreut sind wir, dass für uns kein überdachter Platz vorgesehen ist, und dass wir wieder Öl am gleichen Ort verlieren. Die Schweissarbeiten waren zwar wichtig, aber nicht ganz gut genug. Irgendwo muss es noch einen Riss haben. Matthias nimmt die Nachricht ebenfalls enttäuscht zur Kenntnis, und wir vereinbaren ein Wiedersehen im Oktober.
Tepotzotlan ist aufgrund seines alten Zentrums ein Pueblo Magico. Das nehmen wir dafür erfreut zur Kenntnis. In der Tat ist der Ort nett, und man kann hier gut ein paar Tage verbringen. Wir nutzen die Zeit natürlich auch zum Putzen, Aufräumen und Waschen.
Am Abflugtag werden wir von Benjamin pünktlich um 9 Uhr abgeholt. Die Fahrt zum Flughafen dauert fast 90 Minuten, der Verkehr fliesst reibungslos. Wir haben genügend Reservezeit eingeplant und können ganz gemütlich durch die Kontrollen in die Nähe des Gates gehen. Leider wird bei der Sicherheitskontrolle das Göttigeschenk für Pascal konfisziert. Haargel «Gorilla-Rotz» ist nicht gestattet. Dafür schafft es der Sauerteig auf den Flieger. In Cancun müssen wir das Terminal wechseln. Es gibt dafür einen Gratisbus, der alle 20 Minuten fährt, und unzählige hilfsbereite Taxifahrer und Vermittler, die nicht davor zurückschrecken, jungen Touristinnen, die gerade einsteigen wollen zu erklären, dass dieser Bus nicht zum Terminal 4 fährt. Es mischt sich ein anderer Passagier ein, und der umtriebige Mann zieht enttäuscht davon. Am Terminal 4 ist alles ruhig. Unser Flug nach Zürich ist mit einer Abflugzeit von 23 Uhr der letzte am Tag. Dies hat Vor- und Nachteile. Keine Wartezeiten bei der Abfertigung, dafür sind die meisten Läden und Restaurants geschlossen. Wir landen pünktlich in Zürich, und nun freuen wir uns auf die zweieinhalb Monate in der Schweiz.
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