Lago Atitlan - Oaxaca - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Lago Atitlan - Oaxaca

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Lago Atitlan – Oaxaca 01.12.2021 – 31.12.2021
Wir machen einen Ausflug mit dem Boot nach Panajachel, den Hauptort der Region. Der Ort ist nichts Besonderes und hat nicht den gleichen Charme wie beispielsweise San Marcos, San Juan oder San Pedro, doch für einen Spaziergang und ein paar Besorgungen sicher lohnenswert.
Irgendwann mitten in der Nacht muss Herbie ganz dringend zur Toilette rennen. Auch ich werde wach und stelle fest, mir ist richtig schlecht. Ich kann kaum den Kopf heben. So muss sich die Seekrankheit anfühlen. Der Zustand hält an bis in die Morgenstunden. Fabia, unsere Nachbarin ist Krankenschwester, sie leiht mir Tabletten aus. Die erste nützt nichts, aber nach der zweiten, etwas Stärkeren geht es mir etwas besser. Ich bin sehr müde. Das war wohl eine richtige Keule. Am nächsten Morgen bin ich noch etwas schwächlich, aber soweit wiederhergestellt. Auch Herbie geht es längst wieder gut. Eventuell haben wir irgendwo schlechtes Wasser erwischt. Da wir am Freitag, 10. Dezember einen Termin auf dem mexikanischen Konsulat in Tecún Uman haben, ändern wir unsere Planung, lassen Antigua ausfallen und bleiben noch ein paar Tage auf Pierre’s Place um dann in zwei Etappen zur Grenze zu fahren. Wir müssen unsere Papiere zusammenstellen und ausdrucken, die wir für den Visumsantrag benötigen. Die Zeiten, in denen man als Tourist ohne Probleme bei jeder Einreise nach Mexiko 180 Tage Aufenthaltsrecht erhalten hat, sind seit ein paar Wochen vorbei. Immer öfter hört man von Reisenden, dass sie 10, 30, oder 90 Tage erhalten haben. Diesem Umstand wollen wir vorbeugen. Schlussendlich haben wir zwei dicke Dossiers von je 35 Seiten zusammengestellt. Wir geniessen die Tage am Lago Atitlan und werden hier bei unserem nächsten Besuch in Guatemala bestimmt wieder Halt machen.
Am Mittwoch machen wir uns auf den Weg. Langsam aber stetig erklimmt der Toyota die steile Strasse aus dem alten Krater hinauf auf die Ebene. In Quetzaltenango halten wir bei Walmart. Der Parkplatz ist winzig, aber alles andere erinnert an eine typische Einkaufs-Mall in USA. Zum Übernachten wollen wir ins Refugio del Quetzal fahren. Die Fahrt ist langsam, die Strasse geht steil bergab und unsere Bremsen werden heiss. So sind wir froh, dass wir um 16:10 Uhr das Refugio erreichen. Weniger froh sind wir, dass die Tore um 16:00 Uhr schliessen. Vor dem Tor ist genug Platz zum Parkieren und wir entscheiden, auch mangels Alternativen, hier über Nacht stehen zu bleiben. Ausser den vorbeidonnernden Lastwagen bleiben wir ungestört. Am Morgen können wir ins Refugio einfahren, frühstücken und dann die kleine Wanderung im Regenwald machen. Um den guatemaltekischen Nationalvogel, den Quetzal zu sehen, sind wir wohl noch ein paar Wochen zu früh. Keiner lässt sich blicken. Die Wanderung ist trotzdem schön.
Mitte Nachmittag kommen wir in der Grenzstadt Tecún Uman an. Als einziger Übernachtungsplatz bietet sich die Shell-Tankstelle an. Die Temperaturen fast auf Meereshöhe sind nicht mehr ganz so erfrischend wie am Lago Atitlan. Auch der angrenzende Rummelplatz lässt in Bezug auf die Nachtruhe nichts Gutes verheissen. Wir machen uns zu Fuss auf den Weg, um das mexikanische Konsulat zu suchen. Die auf der Terminvereinbarung angegebene Adresse ist schon mal Fehlanzeige. Auch der Vorschlag von Google ist nicht besser. Kein Konsulat ist zu sehen. Dann hilft nur noch durchfragen. Schliesslich werden wir fündig. Der diensthabende Torwächter bestätigt, dass wir richtig sind, und wir morgen um 9:00 Uhr eingelassen werden. Das ist schon mal gut. Bis weit nach 23:00 Uhr ist an Schlaf nicht zu denken. Der Rummelplatz läuft auf Hochtouren. Und zu heiss ist es auch.
Pünktlich um 8:45 Uhr stehen wir in der Schlange vor dem Konsulat. Um 9:00 Uhr werden wir eingelassen. Unsere beiden Termine um 9:15 und 9:45 Uhr verstreichen, ohne dass uns jemand im Warteraum beachtet. Doch irgendwann fängt es an zu laufen, wir werden interviewt, nach draussen zum Fotografieren und zum bezahlen wegeschickt, und Mitte Nachmittag halten wir unsere Pässe mit Visum wieder in der Hand. Es ist zu spät um weiterzufahren. Somit bleibt nur eine weitere Übernachtung auf der Shell-Tankstelle.
Am frühen Samstagmorgen fahren wir zur Grenz-Brücke. Sehr gewissenhaft wird unser Fahrzeug auf der guatemaltekischen Seite überprüft und ausgestempelt. Auf der mexikanischen Seite hat sich bereits eine lange Warteschlange gebildet. Doch abgesehen von der Wartezeit läuft alles korrekt ab, und gegen Mittag sind wir wieder in Mexiko. Eine lange Fahrt mit einer weiteren Tankstellenübernachtung liegt vor uns. Für Sonntag haben wir bei Don Taco reserviert. Das ist gut, denn wir sind nicht die einzigen, die ein paar Tage auf dem kleinen gepflegten Platz am Meer verbringen wollen. Die Camper stehen Tür an Tür, einer sogar auf der Strasse. Zusätzlich sind 9 Zelte unter der Palapa und zusätzlich direkt vor der Freiluftküche von Frans, dem Besitzer. 35 Personen teilen sich eine Dusche, die nach drei Tagen mangels Wasser ausser Betrieb gesetzt wird. Es wird Zeit weiterzuziehen. Weitere zwei Tage Fahrt über die kurvige 175er nach Oaxaca liegen vor uns. Wir übernachten wieder beim Restaurant Puesta del Sol in San José del Pacifico. Nach zwei Monaten sind wir zurück auf dem Camping El Rancho in El Tule. Wir bekommen wieder unseren «alten» Platz und fühlen uns sofort wie zu Hause. Auch die Nachbarn sind noch die Gleichen. Das sind gute Voraussetzungen für gemütliche Weihnachts- und Feiertage. Noch vor dem Jahreswechsel wollen wir in Oaxaca auf der Einwanderungsbehörde unser Visum bestätigen lassen. Wieder heisst es Webseiten durchforsten, Formulare ausfüllen, Papiere ausdrucken. Gleich am Montag in aller Frühe wollen wir die Fahrräder schnappen und in die Innenstadt fahren. Doch zwei der drei Räder sind schon weg. Anke leiht uns ihr Elektrovelo und so fahre ich sehr gemütlich, während Herbie mit dem rostigen Benoit Richtung Zentrum strampeln muss. Zum Glück erklärt sich der Wachmann bei Migraciones bereit, auf das wertvolle E-Bike aufzupassen, während wir uns um die Papiere kümmern. Wir haben Glück, denn es ist der letzte Tag vor den Weihnachtsferien. Bis um 13:00 Uhr müssen wir fertig sein. Zuerst läuft alles zackig. Wir haben alle Unterlagen komplett und korrekt eingereicht und dürfen auf eine Bank unserer Wahl zur Bezahlung. Dies glückt beim zweiten Anlauf. Um 11:00 Uhr sind wir schon wieder zurück und ein Beamter nimmt unsere Unterlagen mit. Wir setzen uns in den Schatten und warten. Fast drei Stunden später dürfen wir vom ersten Innenhof in den zweiten Innenhof vorrücken. Es werden erneut Fingerabdrücke genommen, Fotos von allen Seiten gemacht, und nun müssten nur noch unsere Kärtchen gedruckt werden. Leider geht der Drucker nicht. Das heisst, eine weitere halbe Stunde im schattigen Innenhof, bis auch dieses Problem gelöst ist. Ende gut alles gut. Durstig aber zufrieden setzen wir uns am Hauptplatz in ein Restaurant und geniessen das bunte Vorweihnachts-Treiben.
Wir nehmen unsere Morgenspaziergänge wieder auf und besuchen «unsere» beiden Hündinnen. In der Zwischenzeit wurden beide sterilisiert und sind ziemlich gewachsen. Wir bilden uns ein, sie freuen sich uns zu sehen. Vielleicht liegt es ja auch am mitgebrachten Futter. Zumindest wir freuen uns sehr, wie prächtig die beiden dank Anke und Petra aussehen.
Für Heiligabend planen wir zusammen mit den «Alteingesessenen» vom Campingplatz ein Buffet und Schweinebraten vom Grill. Jeder bringt eine Beilage, und Stefan und Petra kümmern sich um das Fleisch. Es kommt ein Buffet zusammen, welches sich sehen lassen kann: Kartoffelstock, Nudelsalat, Risotto, grüner Salat, Gemüse, Bernaise-Sauce, Pilze und Nachspeisen.
Das Wetter in dieser Jahreszeit ist perfekt. Die Sonne strahlt vom stahlblauen Himmel, die Tagestemperaturen liegen bei 30 Grad, und in der Nacht wird es angenehme 10 Grad kühl.
Ideales Wetter für ein Fondue. Dies geniessen wir zusammen mit unseren Nachbarn Stephanie und Serge aus Frankreich.
Die Fahrt durch die Berge hat gezeigt, dass wir unsere Bremsen erneuern müssen. Leider sind die benötigten Teile für die vorderen Bremsen bei Autozone nicht erhältlich. Somit müssen wir wohl oder übel bei Amazon bestellen.
Auch die Handbremse muss dringend neu eingestellt werden. Dazu muss das Hinterrad entfernt werden. Als erstes stellen wir fest, dass von unserem Wagenheber ebenfalls Teile entwendet wurden. Somit sind wir schon beim ersten Schritt auf die Hilfe der Nachbarn angewiesen. Beim Entfernen des Rads stellt Herbie fest, dass wir Öl verlieren. Offenbar ist bei unserem Abflug über das im Schatten liegende Tope bei Palenque doch etwas mehr kaputtgegangen als der Schlauch, der die beiden Dieseltanks verbindet.
(Nachtrag zum November-Bericht: Bei der Anzahl Topes (fiese Speedbraker) ist es unvermeidlich, dass man irgendwann einen übersieht. So passierte es, dass wir mit knapp 60 km/h auf einem, im Schatten liegenden «Hügelzug» über die gesamte Strasse, einen Abflug und eine relativ harte Landung machten. «Aceite, aceite» rief man uns zu. Ein Blick in den Rückspiegel bestätigt, dass wir irgendwelche Flüssigkeiten verlieren. Nicht «Aceite», aber dafür Diesel. Die Verbindung unserer beiden Tanks ist gerissen. Herbie musste sich in den sich rasch bildenden Dieselsee legen, und den Schlauch beidseitig abbinden. Auf den ersten Blick war dies der einzige Schaden, und die Reparatur erfolgte in San Cristobal de las Casas.)
Somit kommen zu den (bei Amazon bestellten) vorderen Bremsen auch die Handbremse, die hinteren Bremsen und die defekten Simmerringe dazu. Die letzten Tage des Jahres 2021 verbringen wir auf dem Fahrrad, auf Ersatzteiljagd. Autozone kann einen Simmerring und die hinteren Bremsen liefern. (Nachdem nach einigem Hin und Her klar wurde, was «hinten» und was «vorne» heisst) Wenn ich mit meinen Händen hinter meinen Rücken deute, und der Autozone-Mitarbeiter «delantero» sagt, glaube ich, dass er hinten meint. In der Tat heisst dies aber vorne, «trasero» wäre hinten. So braucht es einige Anläufe, bis wir schliesslich eine Bestellung für die hoffentlich richtigen Teile aufgeben können. Für den zweiten defekten Simmerring erweist sich die Suche als nochmals eine Stufe schwieriger. Nach einem Anruf bei Toyota Oaxaca scheint es, als könnten sie das Teil bestellen. Allerdings nicht ohne eine Vorauszahlung. Für die Zahlung über Fr. 4.50 müssen wir mit dem Fahrrad ca. 30 km zurücklegen. Aber das ist ja gesund. Herbie möchte gleich 3 Stk. dieser Simmerringe haben, für Fr. 13.50. Dafür hat die Dame am Telefon und später auch vor Ort kein Verständnis, weil wir schliesslich nicht mehr als 2 Stk. einbauen können. Ein solches Teil auf Reserve haben zu wollen stösst auf absolutes Unverständnis. Schliesslich wird die Bestellung bei Toyota aber aufgenommen und wir bezahlen im Voraus. Die Lieferung wird, wie auch die hinteren Bremsen auf den 3. Januar 2022 erwartet. Unterdessen hat Jeff Bezos sich selber übertroffen. Die vorderen Bremsen, terminiert auf den 9.1.2022 treffen 10 Tage zu früh in «El Rancho» ein. Herbie hat mit Hilfe von Serge, Wolfgang, Simon und Stefan bereits einige Arbeiten an der hinteren Achse vornehmen können. Besten Dank an alle Beteiligten. Weiter geht es nun noch im alten Jahr mit den vorderen Bremsen. Nach eingehender Studie eines YouTube Videos zum Thema vordere Bremsen wird klar, dass wir noch einen 54 er Schlüssel brauchen. Niemand auf dem Platz, nicht einmal die Lastwagencamper, haben sowas dabei. So machen wir uns auf die Suche. Schon beim zweiten Laden werden wir fündig. Herbie kann also starten, auch heute wieder mit kräftiger Unterstützung. Bald wird klar, dass wir weitere 3 Dichtungen brauchen. Serge fährt mit mir zu Autozone. Doch leider ist kein Stück am Lager. Glücklicherweise kann der Verkäufer den Artikel bei anderen Autozone-Filialen bestellen. Zwei können wir morgen, am Neujahrsmorgen um 10 Uhr abholen, den dritten erst nächsten Donnerstag. Der kommt aus Monterrey.
Unterdessen stehen wir nur noch auf einem Rad, und auf drei Wagenhebern. Herbie bereitet alles soweit vor, dass es morgen früh nach 10 Uhr weitergehen kann.
Gerade rechtzeitig zur Silvesterfeier in der Palapa ist alles soweit fertig und ordentlich aufgeräumt. Das alte Jahr kann in Ruhe ausklingen.
Wir wünschen Euch allen PROSIT NEUJAHR!
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©2021 by Doris und Herbie
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