Chos Malal - Villa la Angostura - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Chos Malal - Villa la Angostura

Aktuelle Reisen > 2019 Südamerika
Chos Malal – Villa la Angostura 01.01.2020 – 02.02.2020

Nach einem ruhigen Neujahrstag fahren wir zusammen mit Ilka und Günther zur Laguna Vaca Lafquen. Wir stellen uns an einen kleinen Strand und geniessen das schöne Wetter. Leider ist es sehr windig, und daher auch relativ kühl. Aber nach den Spaziergängen entlang des Seeufers kann man sich sogar ins Wasser wagen, um sich ein bisschen abzukühlen.
Während Ilka und Günther direkt nach Chos Malal zurückfahren, machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Aguas Calientes, und kommen so dem Vulkan Domuyo etwas näher. Die Fahrt durch die Canyons ist spektakulär, aber die «warmen Wasser» und auch die Geysire eher etwas enttäuschend. Auf die im Reiseführer erwähnten 15 Meter Fontänen warten wir vergeblich. Aber es sind die einzigen Geysire in Argentinien.
Es wehen heftige Winde. Die Fahrt nach Las Lajas über die auch hier langweilige Ruta 40 ist sehr stürmisch. Auf dem Camping Municipal sind wir kaum richtig eingerichtet, als Herbie sieht, dass nur ein paar Meter neben uns ein richtig dicker Ast eines Baums abbricht und zu Boden fällt. Das hätte ins Auge gehen können. Sofort suchen wir uns einen Stellplatz im freien Gelände. Unsere argentinischen Nachbarn, zwei Autos und zwei Wohnwagen, wundern sich über unsere Aktion. Herbie weist auf den Wind und die unterdessen schon zahlreich abgebrochenen Äste hin. Kurz darauf sehen wir, wie die beiden Männer die Äste der Bäume, wo die Wohnwagen darunter stehen, mit etwas Bindfaden sichern. Die Autos werden vorsichtshalber auch ins freie Gelände umparkiert.
Unser nächstes Ziel ist das Thermalbad Copahue, auf knapp 2000 müM, an der chilenischen Grenze. Es erwartet uns eine Fahrt von über 100 km in die Berge, vorbei an einem, zurzeit ziemlich ausgestorbenen, Skiort Caviahue. Wunderschöne Araukarien lassen uns immer wieder anhalten und fotografieren. Das Dorf Copahue wird beherrscht vom zentral gelegenen Bad. Die umliegenden Gebäude sind entweder Hotels oder Ferienwohnungen, dazu gibt es einen Einkaufskomplex und einen Campingplatz, sowie zwei drei ganz kleine Lebensmittelläden. Mit dem Bild der Thermen von San Nicanor, oder gar Leukerbad im Hinterkopf wird man hier ziemlich enttäuscht. Es weht ein eisiger Wind als wir unseren Platz auf dem Camping beziehen. So ein heisses Bad wäre doch etwas Schönes jetzt. Wir sehen uns das Thermalbad etwas näher an. Das sieht eher aus wie ein Sanatorium. Das Aussenbad (ein Schlammbad) scheint aufgrund der Kälte geschlossen. Es gibt noch ein paar Brünnen, wo die Einheimischen ihre Thermosflaschen auffüllen. Ein ganz besonders guter Mate soll mit diesem Wasser gebraut werden können. Der nächste Tag ist wieder wärmer und wir machen zuerst eine Wanderung bis an die chilenische Grenze, wo wir einen gesprächigen chilenischen Gaucho antreffen. Zurück im Dorf ringen wir uns durch, nun doch das uns wärmstens empfohlene Schlammbad zu nehmen. Zuerst müssen wir an Information ein medizinisches Gutachten ausfüllen. Wir sehen gesund genug aus, und können das ohne Beisein eines Arztes selber unterzeichnen. Danach müssen wir mit diesen Zetteln bei der Anmeldung eine Nummer ziehen, und warten bis wir bei einer der Damen unsere gewünschten Bäder buchen können. Maximal 2 pro Tag für je maximal 20 Minuten sind erlaubt. Die Dame tippt nun alle unsere Informationen in einen Computer ein, und stellt uns dann eine Rechnung für unser Schlammbad. Um diese Rechnung zu bezahlten müssen wir uns an der Kasse anstellen. Gleichzeitig bringt die Dame die ausgedruckte Rechnung zur Kasse und legt diese auf einen Stapel. Die Kassierin arbeitet nun Blatt für Blatt ab, muss aber bei jeder Rechnung noch sicherstellen, dass die zuvorderst in der Reihe stehende Person auch mit der entsprechend obersten Rechnung auf dem Stapel übereinstimmt. Mit der Quittung und dem medizinischen Gutachten dürfen wir dann zum Schlammbad, wo wir uns am Schalter bei einem Herrn registrieren, und die Papiere abgeben müssen. Dort werden unsere Daten in einem grossen Buch erfasst, und wir können uns umziehen und mit Schlamm einreiben. Zuerst vergewissern wir uns, ob denn auch wirklich Frischwasserduschen zur Verfügung stünden. Ja, nur nach dem Schlammbad, bei allen anderen Bäder gäbe es das aber nicht. Da haben wir ja Glück gehabt. Nachdem wir uns also eingeschlammt haben, müssen wir am Schalter Bescheid geben, dass wir nun in die Brühe reinsteigen. Es riecht sehr unangenehm, und das schlammige Wasser sieht übelst aus. An gewissen Stellen ist der Boden so heiss, dass man sich fast die Füsse verbrennt. Pünktlich nach 20 Minuten erscheint der weissgekleidete Mann am Beckenrand und ruft uns auf, das Bad zu verlassen. Endlich dürfen wir unter die Frischwasserdusche. Leider gibt es keine Haken, wo man etwas aufhängen kann, kein Bänkli wo man etwas draufstellen kann, und ehrlichgesagt, es ist eine ziemliche Sauerei in diesen Duschen. Nun müssen wir uns nur nochmals am Schalter anstellen, um unsere Papiere zurückzuerhalten. Zurück auf dem Campingplatz müssten wir eigentlich sofort noch einmal richtig duschen. Leider gibt es aber nur am Mittag und ab 20 Uhr für 2 Stunden warmes Wasser. So bleibt nichts als warten. Unterdessen breitet sich der schweflige Gestank überall aus, und soll uns noch wochenlang, auch nach kompletter Wäsche von Frottiertüchern und Bettzeug erhalten bleiben.
An der Strecke zurück ins Tal wollen wir tanken. Leider gibt es keinen Diesel. So fahren wir zurück bis nach Las Lajas an der Ruta 40, wo es Diesel gibt, dafür aber eine entsprechende Warteschlange. Vollgetankt verlassen wir die Ruta 40 und fahren Richtung Lago Aluminé. Hier sind die Campingplätze aber richtig voll. Nach nur einer Übernachtung fahren wir über die RP11 weiter Richtung Süden, wo wir an einem malerischen Flüsschen einen ruhigen Platz finden. Gestört werden wir nur durch die lästigen «Bräme». Die Forellen freuen sich über den zusätzlichen Proteinschub, und dies erst noch ohne Angelhaken drin. Wieder zurück auf der RP23 fahren wir entlang des Aluminé-Fluss durch ein schönes Tal Richtung Süden und erreichen San Martin de los Andes. Wir erfreuen uns am La Anonima Supermarkt und erwischen eine YPF ohne Warteschlange. Das ging ja gut. Nun brauchen wir nur noch einen Platz auf dem ACA Camping, wo wir uns für eine Woche einrichten wollen. Auch hier wimmelt es von Zelten, aber wir haben Glück, der aus unserer Sicht beste Platz, am Rand und direkt am Bach ist frei. Nichts wie drauf. Die TCS Mitgliedschaft beschert uns 30% Rabatt. San Martin de los Andes ist ein schöner Ort wo das Lädele und Käfele richtig Spass macht. Die Café’s sind geschmackvoll und gemütlich eingerichtet, die Schokoladen und Süsswaren sehen sehr gluschitg aus. Wir verbringen gemütliche Tage und feiern meinen Geburtstag mit einer schönen Pizza am Abend. Im Reisehandbuch wird der Mirador Bandurrias im Nationalpark empfohlen. Am Startpunkt des Wanderwegs gibt es die offizielle Nationalparkkarte, und daneben ein von Hand gemaltes Schild, dass Hunde verboten seien. Wir wandern los, und schon bald verzweigt sich der Weg. Ohne gross zu überlegen folgen wir den von Hand gemalten Schilder mit Pfeilen, und immer wieder der Information, dass Hunde wirklich verboten sind. Nach fast einer Stunde stehen wir auf einem Parkplatz mit einem Schlagbaum und einer Hütte. Ein Pfeil nach links zeigt zum Mirador, einer geradeaus zu einem Strand und einem Restaurant. Wir wollen links gehen, als wir von einem als Gaucho verkleidetem Mapuche sehr unfreundlich angemacht werden, wir sollen gefälligst bezahlen hier. Ein junges (zumindest freundliches) Mädchen kommt mit einem Ticketbüchlein zu uns und erklärt, dass wir uns hier auf Mapuche-Privatgelände befinden und Wegzoll entrichten müssten. Für einen Nationalpark-Aussichtspunkt? Jaja, der sei privat und am Strand unten gäbe es dann auch ein Restaurant wo man etwas essen und trinken könne. Das sehen wir nicht ein, und lehnen die Bezahlung ab. Wir wandern zurück und sehen, dass wir uns von den grossen Pfeilen haben ablenken lassen. Der Nationalpark-Wanderpfad ist viel schmaler, und ganz schlecht und ausgebleicht markiert, führt aber ausserhalb des Gebiets der Mapuche zum durchaus nicht in Privatbesitz befindlichen Aussichtspunkt. Der Ausblick ist sehr schön und die Wanderung hat sich trotz des etwas unschönen Abzockversuchs gelohnt.
Nachdem wir noch bei Radiatores Omar unsere Klimaanlage aufgefüllt haben, fahren wir auf der Ruta de los Siete Lagos Richtung Bariloche. Da wir die Strecke schon kennen machen wir die Runde über den Lago Traful und Villa Traful. Die als «weg von den Massen» beschriebene Strecke erweist sich jetzt im Januar fast als Fahren im Konvoi und ist sehr staubig. Es ist landschaftlich aber sehr schön und lohnt sich trotz den vielen Fahrzeugen.
Nun erreichen wir mit Bariloche den südlichsten Punkt der diesjährigen Reise. Als erstes steuern wir den Carrefour an. Letztes Mal haben wir hier Segafredo Kaffee kaufen können. Wir haben es schon fast vermutet und befürchtet, dieser ist unterdessen aus dem Sortiment verschwunden. Das ist schlecht. Jetzt muss Ersatz gefunden werden.
Immer wieder hört man von aufgebrochenen Autos in Bariloche. Wir quartieren uns auf einem Campingplatz 14 km ausserhalb der Stadt, direkt am See ein. Mit dem 20 er Bus kann man sehr gut und für wenig Geld ins Zentrum und zurück fahren, und weiss das Auto relativ sicher abgestellt. Auf dem grossen Platz posieren die Bernhardiner und warten darauf, mit Touristen fotografiert zu werden. Die Innenstadt ist sehr belebt, und in unserem Lieblings-Café müssen wir sogar ¼ Stunde auf ein freies Tischchen warten. Es hat einige Bausünden in Bariloche, und abgesehen vom sogenannten Mikrozentrum ist es kein schöner Ort. Doch die Umgebung, der See und die Berge sind toll.
Dass die Wanderung auf den Cerro Otto genau unter der Seilbahn liegt und relativ wenig Kurven macht, sehen wir auf Mapsme. Trotzdem nehmen wir den Weg unter die Füsse. Der Weg macht leider absolut keine Kurve, und wird immer steiler. Der Untergrund ist staubig und rutschig, und sehr mühsam. Runter laufen auf diesem Pfad ist keine Option. Einen Absturz wollen wir nicht riskieren. Kurz unter dem Gipfel gelangen wir auf einen breiteren Weg. Ein grosses Schild weist darauf hin, dass man ohne Seilbahn-, bzw. Funiticket keinen Zugang in den Komplex hat. Wie, Komplex? Wir sind doch hier auf einem Berg, mit einem einladenden Panorama-Restaurant. Tatsächlich steht an jedem Eingang zur Bergstation und Restaurant Wachpersonal. Nein, Wanderer sind hier nicht gestattet, es sei denn man kauft sich ein Ticket für die Bahn. Auch wer als zahlender Fahrgast den Komplex verlassen möchte, um sich ein bisschen die Füsse zu vertreten, wird abgefangen, muss Rechenschaft über das Ziel ablegen, und sich dann noch in einem grossen Buch registrieren. Am Spazierweg entdecken wir einen flachen Felsen, wo wir mangels anderer Sitzgelegenheit unser Picknick einnehmen wollen. Schon nach wenigen Minuten sehen wir einen Wachmann mit einer grossen goldenen Medaille um den Hals die Treppe herunter, und in unsere Richtung schreiten. Er begrüsst uns freundlich, wünscht einen guten Appetit. Es ist ihm sichtlich unangenehm, doch er weist uns an, diesen Felsen sofort zu verlassen, da man auf diesem nicht sitzen darf. Wir müssen näher an das Gebäude herankommen, weil… der Begründung können wir nicht folgen, nicken aber brav, schlucken die letzten Bissen ein bisschen genervt runter und machen uns über die Fahrstrasse auf den Weg ins Tal.
Wir wollen übermorgen in Villa la Angostura andere Reisende treffen und verbringen einen kühlen aber sonnigen Wartetag am Nordufer des Nahuel Huapi Sees auf einem unserer Lieblingsplätze, dem Camping Ragintuco. Wir stehen direkt am See mit einer wunderbaren Aussicht. Es hat ein bisschen 3G Empfang, was ermöglicht, ab und zu ein Email oder ein Whattsapp zu senden oder zu empfangen.
In Villa la Angostura treffen wir unsere Freunde Patricia und Beni mit dem Hund Monsieur wieder. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir entscheiden, nochmals zu viert auf den Ragintuco zu fahren, und am Abend ein Fondue zu machen. Wir finden Raclette-Käse und dazu als Gruyere getarnten Emmentaler. Das Fondue gelingt sehr gut und wir geniessen einen weiteren gemütlichen Abend zusammen.
Wir sitzen in Villa la Angostura noch einen Schlechtwettertag aus, bevor wir uns morgen auf den Weg nach Chile machen.

 
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