Aspen - Eagle Pass - Die Reiseseite von Doris und Herbie

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Aspen - Eagle Pass

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Aspen – Eagle Pass 31.05.2022 – 25.06.2022
Am Morgen des Memorial Day werden wir überrascht von Neuschnee an den umliegenden Hängen. Wir suchen uns ein schönes Café im historischen Zentrum von Glenwood Springs, und streifen dann durch die Camping- und Outfitter Läden. Einkaufen und Waschen steht auch noch auf dem Programm.  
Wir sind in der Nähe vom berühmten Skiort Aspen und entscheiden uns für einen Abstecher. Gegen Mittag sind wir da und finden mit Mühe und Not einen Parkplatz in einer Wohngegend. Trotzdem ist im Zentrum nicht viel los. Am Nachmittag wollen wir uns den Maroon Lake ansehen. Im Vorbeifahren sehen wir ein Schild, «Road Restrictions», und kommen schon bald an das Eingangshäuschen vom White River National Forest. Es ist tatsächlich so, dass nur wer entweder einen online gebuchten Campingplatz oder eine online gebuchte Parkplatzreservation am See hat, die Strasse befahren darf.  Der junge Mann bedauert es sehr, aber es ist nichts zu machen. Wir probieren während dem Mittagessen eine Buchung zu machen, doch der Empfang ist so schlecht, dass es aussichtslos ist. Wir spazieren nochmals zurück zum Eingang, und erklären das Problem. Unterdessen ist eine Rangerin im Dienst und kann uns nun doch noch unkompliziert auf einen der beiden Campingplätze einbuchen. So dürfen wir natürlich auch zum See fahren, und die Wanderung zum Crater Lake unternehmen.
Um nicht die gleiche Strasse zurückzufahren, und der Independence Pass für den Sommer geöffnet ist, entscheiden wir uns für diese Variante. Kaum ausserhalb von Aspen läuft uns schon der erste fotogene Elch über den Weg. Der Pass ist 3687 müM. Auf der anderen Seite des Passes liegt das historische Örtchen Twin Lakes, bestehend aus einem General Store, zwei geschlossenen Hotels und ein paar Häuser. Ein paar alte VW-Busse sind zum Coffee-Shop und Take Away umgebaut. Der Kaffee kommt lustigerweise aus einer professionellen Jura-Maschine. Im geparkten Sheriff Wagen sitzt eine Puppe. Im ersten Moment sind wir darauf reingefallen und haben die Strasse brav über den Fussgängerstreifen überquert.
Zum Übernachten fahren wir auf eine Anhöhe und haben einen tollen Ausblick auf die beiden Seen. Am Morgen öffne ich die Beifahrertüre und blicke einer Maus in die Augen. Wir beide erschrecken, und innerhalb einer Sekunde ist der Nager unter den Sitzen verschwunden. Das Tier muss raus. Also wird das ganze Fahrerhaus ausgeräumt. Die Maus ist aber nicht mehr auffindbar. In Leadville steuern wir den Hardware-Store an. Wir müssen der armen Maus eine Falle richten. Ich kann hier vorgreifen, wir haben nie mehr Mäusescheisse gefunden, und die Falle blieb leer. Wahrscheinlich hat sie uns auf dem gleichen Weg wie sie reingekommen ist auch wieder verlassen.
Für den Rocky Mountain National Park braucht es, wie für den Arches NP eine Einfahrgenehmigung. Wir finden in der Nähe des Parks, in Kremmling einen Campingplatz. Punkt 17 Uhr, wenn die Termine für den Folgetag freigegeben werden, öffne ich die entsprechende Internet-Seite, und kann einen Time-Slot von 9-11 Uhr buchen.
Für das eher durchzogene Wetter werden wir mit einem tollen «Tier Tag» entschädigt. Zahlreiche Elche, Murmeltiere, Präriehunde, Big Horn Schafe und Hirsche laufen uns vor die Linse. Die Trail Ridge Road ist die höchstgelegene durchgehend asphaltierte Straße in den Vereinigten Staaten. Sie wird auch als "Highway to the Sky" bezeichnet und überquert die Kontinentalscheide in einer Höhe von 3713 müM. Im Park, sowie in Estes Park, am westlichen Ausgang des Nationalparks ist es unmöglich einen bezahlbaren Übernachtungsplatz zu finden. In I-Overlander gibt es einen Punkt im Wald ganz in der Nähe. Dolores, unser Gamin Navigationsgerät weiss auch wie man da hinkommt. Es geht ziemlich steil den Berg hoch, doch immer durch bewohntes Gebiet. Schon bald spüren wir, dass das nicht gut kommt. Überall stehen Schilder, Privatbesitz, und erst fast am Ende der Strasse finden wir eine Möglichkeit zu wenden. Den in der App erwähnten Übernachtungsplatz scheint es nicht mehr zu geben. In einem kleinen National Forest Campground mit Plumpsklo direkt an der Strasse finden wir einen Platz.
Unser nächstes Ziel ist der Grossraum Denver. Wir fahren bis Nederland. Der Name des Ortes passt gar nicht zu der bergigen Landschaft, doch es gibt ein hübsches Café und einen kleinen Supermarkt. Hier wollen wir die nächsten Tage vorausplanen und auch die Campingplätze buchen. Wie es scheint, ist es ohne dies kaum möglich, irgendwo unterzukommen. Entweder sind die möglichen Plätze ausgebucht, mit Preisen von USD 80.—und mehr unbezahlbar, die Buchung ohne US-Adresse online unmöglich, oder und das ist der absolute Gipfel, man ist mit einem Fahrzeug das älter als 5-10 Jahre ist, schlicht unerwünscht. Etwas überspitzt gesagt teilt man uns jeweils mit, dass wir den Plätzen (No Madam, we are a RV Park, not a Campground!) mit unserer Schrottkiste bloss fernbleiben sollen. Nach stundenlangem Suchen geben wir auf. Kurz vor Denver gibt es den Chief Hosa Campground, betrieben von der Stadt, und mit eigentlich sehr guten Bewertungen und vernünftigen Preisen. Da probieren wir unser Glück ohne Reservierung. Wir erklären dem Camphost das Problem mit der fehlenden US-Adresse und wir werden überaus freundlich und unkompliziert geholfen. Der Host registriert uns mit seiner Adresse und wir dürfen bleiben. Wir wollen in Denver zu LLBean um unseren fast 30-jährigen Campingtisch zu ersetzen und zur Bank of America, da unser Online Banking Zugang nicht mehr funktioniert. LLBean hat unseren Tisch nicht mehr, das heisst, dieser muss online bestellt werden. Dazu brauchen wir aber eine Adresse, bzw. einen Campingplatz wo wir uns etwas hinschicken lassen können. Da dies in Denver und Umgebung nicht möglich ist, verschieben wir das Projekt. In der Bank of America hat es eine lange Warteschlange. Der Schalter ist nicht besetzt. Ein Angestellter marschiert der Schlange entlang und will von jedem Kunden wissen, was denn heute sein Anliegen ist. Leider haben sie Personalmangel, und weil gerade eine Geldlieferung eingetroffen ist, müssen alle mithelfen beim Ausladen. Wir wollen Geld abheben und den Zugang zu unserem E-Banking wiederherstellen. Das Abheben vom Konto gelingt ohne Probleme. Mit dem E-Banking scheint es schwieriger zu werden. Die Hotline hat uns auch nach dem Beantworten von unzähligen Sicherheitsfragen nicht identifizieren können. Mit dem Bankangestellten an der Seite gelingt es uns, den Zugang zu reaktivieren. Die Dame am Telefon bestätigt, dass der Sicherheitscode zum Einloggen zukünftig immer an unsere E-Mail-Adresse geschickt wird, da wir keine US-Telefonnummer haben, und dass der Zugang ganz bestimmt nicht geräteabhängig ist. Das Ganze wird aber erst in ein paar Stunden wirklich aktiv sein.
In der Gewissheit, eine Pendenz erledigt zu haben verlassen wir Denver. Unser nächstes Ziel ist der Black Canyon of the Gunnison Nationalpark. Zufälligerweise haben wir auf der Online-Buchungsplattform eine einzige freie Campsite für drei Nächste entdeckt. Beim Bezahlen der Übernachtung laufen wir auf einen Error. Jemand hat wohl eine Sekunde vor uns gedrückt, und die mittlere Nacht ist nicht mehr verfügbar. Was soll’s, der Camp-Host wird schon eine Lösung finden für unser Problem. Zufälligerweise stossen wir auf die Information, dass der Highway 50 zum Nationalpark einer Totalsperre unterliegt. Über die Mittagszeit wird die Strasse für eine Stunde geöffnet. Wenn man früh genug in der Schlange steht, schafft man die Durchfahrt.
In der Zwischenzeit haben wir entschieden, Mitte Juli für ein paar Wochen in die Schweiz zu fliegen. Wir haben ja immer noch einen offenen Flug mit der Edelweiss von Cancun nach Zürich. Der Versuch über unsere Buchungsnummer ein Flugdatum zu buchen scheitert. Folglich müssen wir uns telefonisch mit der Hotline in Verbindung setzen. Mit skype kann man solche Anrufe wenigstens einigermassen finanzieren, denn Wartezeiten von bis zu einer Stunde sind keine Seltenheit. Der englischsprechende «SWISS»-Mitarbeiterin tut es sehr leid, dass sie gar nichts für uns tun kann. Wir hätten unser Flugdatum bis Ende Mai bekanntgeben müssen. Unser Einwand, dass der letzte Mitarbeiter uns gesagt hat, dass wir bis im September buchen können interessiert sie herzlich wenig. Das wäre wohl ein Missverständnis gewesen, und sie könne leider gar nichts für uns tun. Der Flug ist verloren. Wir sind damit gar nicht einverstanden, kommen aber zur Übereinkunft, dass es nichts nützt, wenn wir jetzt noch stundenlang in der Leitung bleiben. Tags darauf rufen wir am morgen früh nochmals an, in der Hoffnung einen Mitarbeiter, der in der Schweiz oder Deutschland anstatt in Indien sitzt. an den Apparat zu bekommen. Nach ca. 58 Minuten in der Warteschleife sind wir erfolgreich. Leider berühren wir den falschen Knopf am Telefon, uns schwupps, die Dame ist weg. Das ganze Spielchen beginnt auf Feld 1. Wir lassen es klingeln, während wir einen schönen Spaziergang unternehmen. Nach einer weiteren Stunde in der Schlaufe sind wir wieder verbunden. Die Dame sieht sich die Buchungsnummer an, und hat keine Probleme uns auf den gewünschten Edelweiss Flug am 16. Juli einzubuchen. Ist doch alles in bester Ordnung, alles innerhalb der Gültigkeit. Na also. Nun müssen wir uns nur noch um Storage und um einen Flug von Mexiko-Stadt nach Cancun kümmern, und um die Verlängerung der Autoversicherung für Mexiko. Seit zwei Monaten versuche ich dies mit Yoeni von Qualitas in die Wege zu leiten. Es wäre bestimmt einfacher, wenn wir dies in Mexiko, und nicht in USA machen könnten. Doch das EDV-System der Versicherung ist gnadenlos. Die Verlängerung kann erst wenige Tage vor Ablauf gemacht werden. Nun gut. Yoeni meint, die Bezahlung sei überhaupt kein Problem, aber Kreditkarte sei nicht möglich. Ah, von ausserhalb von Mexiko? Uups. Das ist blöd. Wir wenden uns an unsere Freunde, welche sich bereit erklären, für uns mit dem entsprechenden Zettel auf irgendeine Bank zu gehen, um die Einzahlung vorzunehmen. So jedenfalls sagt Yoeni können wir es machen. Thomas und Claudia gehen zu HSBC und zu Santander. Beide Finanzinstitute sind nicht in der Lage US Dollars, bzw. Pesos für eine Rechnung in US Dollars anzunehmen. Die BBVA könne dies. Die hat aber geschlossen. Nach dem Wochenende machen die beiden nochmals einen Versuch. Doch auch die BBVA ist leider nicht in der Lage. Ich erläutere Yoeni das Problem, welches sie gar nicht sieht. Das geht doch ohne Schwierigkeiten, diesen Betrag einzuzahlen. Ich verlange von ihr eine Schritt für Schritt-Anleitung, wie Thomas und Claudia bei welcher Bank vorgehen müssen, wenn das doch so einfach sein soll. Und siehe da. Auf einmal erhalten wir einen Link, über diesen wir per Kreditkarte ganz unkompliziert die Bezahlung der Prämie vornehmen können. Das ist Mexico!
In der Zwischenzeit sind wir im Black Canyon of the Gunnison angekommen. Der Camphost ist supernett. Er verspricht, unser Problem mit der 2. Nacht zu lösen, was er auch tut. Um vom Rim zum Fluss hinunter zu wandern wird ein Wilderness Permit benötigt. Dies können wir im Visitor Centre ausstellen lassen. Der Wanderweg ist sehr steil, es gibt keine Markierungen, viel loses Geröll, und bei Problemen müssen wir uns darauf gefasst machen, dass Hilfe erst 24 Stunden später eintreffen wird. OK. Alles klar. Der Weg ist in der Tat sehr steil. Einige Stellen sind mit Ketten gesichert. Wir treffen auf eine Gruppe junger Männer, die 4 Tage am Fluss bleiben wollen. Verlorene Äpfel, Gasflaschen und sonstiges Gepäck rollen an uns vorbei. Der Aufstieg erweist sich als viel einfacher. Jeden Abend gibt es im Park die sogenannten Twilight Chats. Die Ranger präsentieren auf ganz unterschiedliche Art ganz unterschiedliche Themen. Die Chats sind gut besucht und es macht Spass dabei zu sein.
Ouray ist die Schweiz der USA, so wird es uns erzählt. Alle die Ouray erwähnen fallen fast in Ohnmacht vor Begeisterung. Der Ort liegt an unserem Weg und wir sind sehr gespannt. Die Berge sind sehr schön, doch das Dorf hat keinerlei Ähnlichkeit mit der Schweiz. Die Gebäude sind eher im WildWest- als im Chalet-Stil gebaut. Der Campingplatz verlangt USD 60.—für eine Übernachtung mit Wasser und Strom. Dies durchbricht unsere Schmerzgrenze, doch nach drei Tagen Nationalpark ist eine Dusche bitter nötig.
Auf einmal raschelt es im Hang über dem Stellplatz im Gebüsch. Ein Jungbär macht uns seine Aufwartung. Er lässt sich gut fotografieren und zieht dann von dannen. Am Nachmittag machen wir uns auf den berühmten Perimeter Trail. Das ist ein Wanderweg, der Ouray entlang der umliegenden Berge umrundet.
Die Strasse nach Silverton führt über einen Pass, und es gibt unzählige verlassene Minen. Auf der anderen Seite des Passes, kurz vor Silverton sind wir mit Anke und Wolfgang verabredet. Wir treffen uns auf dem kostenlosen Kendall Campground inmitten einer wunderschönen Bergwelt, direkt an einem kristallklaren Bach. Wir sind auf knapp 3000 müM und die Temperaturen sind sehr angenehm. Angenehm ist auch die Gesellschaft, und an Stelle der geplanten einen Übernachtung bleiben wir eine ganze Woche. Wir haben zwei Projekte, nämlich ein neues Fahrwerk von Dobinson und den neuen Campingtisch. Für die Lieferung des Material brauchen wir einen bezahlbaren Campingplatz, wo wir ein paar Tage bleiben können. Wir werden in Taos fündig. Nun kann die Ware bestellt werden. Ein weiteres Projekt ist das Backen von Sauerteigbrot. Wolfgang ist ein sehr guter Lehrer, und nun sind wir auch im Besitz eines kleinen Sauerteigs namens Pumuckl. Wir haben immer noch die Hoffung, dass wir mittels Kundendienst der Bank of America telefonisch unseren E-Banking Zugang wieder zum Laufen bringen können. Denn auf das in Denver versprochene Email mit dem Aktivierungscode warten wir noch heute. Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Es bleibt nichts Anderes als in Santa Fe, der nächsten grösseren Stadt wieder eine Filiale aufzusuchen.
Am Samstagvormittag fahren wir nach Silverton, wo wir die Einfahrt des nostalgischen Dampflokzugs aus Durango beobachten wollen. Fast wie mit dem Anlegen eines Kreuzfahrschiffes füllt sich das kleine beschauliche Silverton auf einen Schlag mit Touristen. Es steht ein regnerisches Wochenende bevor, und auf der Fahrt nach Taos geraten wir in ein heftiges Unwetter mit Gewitter und Hagel. Fahren ist nur noch im Schritttempo mit eingeschalteter Warnblinkanlage möglich. Sofort herrscht auch Glatteisgefahr, was viele Amerikaner nicht zu stören scheint, welche unbeeindruckt mit ihren riesigen Wohnwagen im Schlepptau an uns vorbeiziehen.
In Taos auf dem Camping angekommen, erwarten uns unsere Pakete schon. Das ist nun doch etwas grösser und schwerer als angenommen. Eine Kiste müssen wir mit einer Schubkarre auf unseren Platz transportieren. Unsere ursprüngliche Idee, die Montage später in Mexiko vornehmen zu lassen funktioniert nicht. Wir können das zusätzliche Material nicht verstauen. Herbie macht sich unverzüglich an die Arbeit. Die Vorderseite kann er selber machen, aber für die Rückseite brauchen wir eine Werkstatt. Wir machen uns auf die Suche. Dies erweist sich als schwierig, denn die Garagen können keine Arbeiten ausführen, wenn der Kunde die Ersatzteile selber mitbringt, oder sie sind auf Monate ausgebucht und können unmöglich noch Arbeit annehmen. Bei der letzten Adresse haben wir Glück. Ein Mexikaner. Er macht einen sehr guten Eindruck, scheint zu wissen um was es geht, und kann uns übermorgen «reinquetschen». Wir sagen zu und lassen die neuen Federn gleich hier stehen. Bis dahin hat Herbie Zeit, die Vorderseite fertig zu machen, und auch noch das Radlager neu zu justieren.
Pünktlich um 8 Uhr stehen wir in der Werkstatt. Es läuft alles wie am Schnürchen und wie versprochen ist die Arbeit zur vereinbarten Zeit zum vereinbarten Preis fertig.
Unser nächstes Ziel ist die Bank of America in Santa Fe. Wir bekommen einen Termin bei einer Kundenberaterin, die uns helfen wird, unseren E-Banking Zugang wieder zu aktivieren. Sie versteht unser Problem und ruft sogleich beim Kundendienst an. Mit einer Engelsgeduld bleibt sie in der Warteschlaufe und wiederholt der Blechstimme immer wieder «Online-Banking» - «Yes» - «Access» und wird von Abteilung zu Abteilung durchgereicht, oder es wird ihr einfach aufgelegt, bis endlich ein Justin zur Verfügung steht. 90 Minuten später stellen wir ernüchtert fest, dass es nicht möglich ist, selbst wenn wir persönlich vor Ort auf einer Filiale sind, unseren Zugang so einzurichten, dass entweder kein zusätzlicher Sicherheitscode beim Login benötigt wird, oder dieser an unsere verifizierte E-Mail Adresse anstelle an eine US-Telefonnummer, welche wir nicht haben, gesendet wird.
Nun beginnt unsere lange Fahrt zurück nach Mexiko. Wir werden die Hochebene verlassen, und in Texas Temperaturen bis 40 Grad antreffen. Da müssen wir durch, und touristische Unternehmungen machen so keinen Sinn. Wir entscheiden uns dafür, die Strecke ohne viel Stopps durchzufahren. Stundenlang rollen wir durch die ziemlich trostlose Ebene. Ölfelder links und rechts der Strasse, auf dem Highway 285 immer südostwärts unterwegs gelangen wir nach Roswell. Das Ufo-Museum wollen wir uns aber nicht entgehen lassen. Es gibt viel interessantes und amüsantes anzusehen. Etwas mehr als zwei Tage leiden wir unter der Hitze bis zur Grenze in Eagle Pass. Selbst in den Nächten wird es kaum unter 30 Grad. Die letzte Nacht vor dem Grenzübergang verbringen wir in einem historischen Fort. Die telefonische Reservation ist recht kompliziert, und so scheint auch die Anfahrt zu sein. Nur nicht nach GPS fahren, sagt mir der nette Nathan am Telefon, das kommt nicht gut. Und dann brauchen wir vom Wachmann am Eingangstor einen Pass für die Einfahrt, und eine Kreditkartennummer auch noch, und dann müssen wir links abbiegen auf die Scale Road, Scale wie Fish Scale…. Jaja, alles klar, das finden wir schon. Natürlich führt uns unsere Dolores aber vor ein geschlossenes Tor und ich erinnere mich vage an die Wegbeschreibung, die Nathan mir telefonisch durchgegeben hat. Wir finden den Wachmann, der uns bereits erwartet und nochmals erklärt, dass wir nun links auf die Scale Road, Scale wie Fish Scale abbiegen müssen. Endlich sind wir da, und haben einen schönen schattigen Platz.
Bis zur Grenze sind es noch 70 km. Wir erwarten einen gut organisierten Ablauf bei der Ausreise und fahren Richtung internationale Brücke (über den Rio Grande). Der erste Stopp muss ja die Ausreisekontrolle der USA sein. Erstaunlicherweise treffen wir aber nicht auf eine Passkontrolle, sondern auf eine Mexikanerin, die den Brückenzoll einfordert. Zuerst klärt sie telefonisch, ob wir mit unserem Fahrzeug über diese Brücke fahren dürfen. Wir dürfen. Auf unsere Frage, wie das denn läuft mit dem Abstempeln der Pässe sagt sie, da müssen wir unbedingt zurück zu «Migraciones». Natürlich hat sich aber in der Zwischenzeit eine lange Schlange Autos hinter uns gebildet. Die müssen nun alle rückwärtsfahren, damit wir auch zurückfahren können. Die nette Dame organisiert das vorbildlich. So parkieren wir und suchen die US-Einwanderungsbehörde. Wir finden eine zuständige Beamtin und wir erläutern, dass wir gerne einen Ausreisestempel in unserem Pass hätten. Ja ob wir denn auch einen Einreisestempel hätten. Nein, das haben wir eben nicht. Sie nimmt die Pässe mit in ihr Kabäuschen und kommt nach einer gefühlten Ewigkeit zurück. Wann wir denn eingereist seien. Das können wir beantworten, am 25.4. in Lukeville. Ja ok, wir sollen jetzt einfach ausreisen, alles Weitere werde sich bei unserer nächsten Einreise ergeben. Das tönt nicht sehr beruhigend, aber im Moment können wir nichts weiter tun, als uns wieder einzureihen, den Brückenzoll zu bezahlen und nach Mexiko einzureisen. Wir sind gespannt, was uns auf der anderen Seite des Rio Grande erwartet.
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