San Miguel de Allende - Patzcuaro
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San Miguel de Allende – Patzcuaro 01.04.2025 – 22.04.2025
Die letzten Tage in San Miguel sind sehr gemütlich. Wir besuchen noch den botanischen Garten, der zur Zeit sehr trocken ist. Am Freitagmorgen verabschieden uns von den Nachbarn und machen uns auf den Weg.
Die Strecke von Miguel nach Tepotzotlan sind wir schon einige Male gefahren. Am Tor von Pepe’s RV Park werden wir von Raoul, dem Care Taker der riesigen Anlage, die kaum genutzt wird, in Empfang genommen. Camper gibt es keine, aber es hat einige Fahrzeuge in Storage. Ca. ein Drittel davon kennen wir. Am Samstagmittag buchen wir mit unseren gepackten Tagesrucksäcken einen Uber, der uns in das AirBnB in der Calle Teotihuacan im Stadtteil Condesa der Hauptstadt fahren soll. Glücklicherweise fragt der Fahrer nach, ob wir wirklich nach Teotihuacan, der Stadt der Pyramiden fahren wollen. Nein, das wollen wir nicht. Nach einigem Hin und Her verständigen wir uns auf eine Fahrt «ohne App» an die von uns gewünschte Adresse in Mexico City.
Eine kleine und praktische Wohnung erwartet uns. Der Zugang funktioniert ohne Probleme. Wir suchen eine Einkaufsmöglichkeit und decken uns im nahe gelegenen Chedraui Selecto mit den notwendigen Lebensmitteln für das Frühstück, Früchten und Apéros ein. Der Stadtteil Condesa ist ein gehobenes Viertel, mit vielen jungen Leuten, Bars, Restaurants und vielem mehr. Es kommt uns vor wie eine Stadt in der Stadt, und es erscheint uns hier ziemlich lebenswert zu sein.
Die Strecke von Miguel nach Tepotzotlan sind wir schon einige Male gefahren. Am Tor von Pepe’s RV Park werden wir von Raoul, dem Care Taker der riesigen Anlage, die kaum genutzt wird, in Empfang genommen. Camper gibt es keine, aber es hat einige Fahrzeuge in Storage. Ca. ein Drittel davon kennen wir. Am Samstagmittag buchen wir mit unseren gepackten Tagesrucksäcken einen Uber, der uns in das AirBnB in der Calle Teotihuacan im Stadtteil Condesa der Hauptstadt fahren soll. Glücklicherweise fragt der Fahrer nach, ob wir wirklich nach Teotihuacan, der Stadt der Pyramiden fahren wollen. Nein, das wollen wir nicht. Nach einigem Hin und Her verständigen wir uns auf eine Fahrt «ohne App» an die von uns gewünschte Adresse in Mexico City.
Eine kleine und praktische Wohnung erwartet uns. Der Zugang funktioniert ohne Probleme. Wir suchen eine Einkaufsmöglichkeit und decken uns im nahe gelegenen Chedraui Selecto mit den notwendigen Lebensmitteln für das Frühstück, Früchten und Apéros ein. Der Stadtteil Condesa ist ein gehobenes Viertel, mit vielen jungen Leuten, Bars, Restaurants und vielem mehr. Es kommt uns vor wie eine Stadt in der Stadt, und es erscheint uns hier ziemlich lebenswert zu sein.
https://happyhealthynomads.com/condesa-mexico-city/
Mit dem sicheren Gespür für guten Kaffee entdecken wir das Café Toscana. Gemütlich und mitten im Geschehen wird ein feiner Illy Café serviert.
Es ist Sonntag und mit unserer Residencia Temporal haben wir Gratis Eintritt in das berühmte Anthropologische Museum.
Es ist Sonntag und mit unserer Residencia Temporal haben wir Gratis Eintritt in das berühmte Anthropologische Museum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalmuseum_f%C3%BCr_Anthropologie_(Mexiko)
Von Freunden wissen wir, dass für diesen Besuch praktisch der ganze Tag eingeplant werden muss. Daher nehmen wir uns nichts anderes vor, wollen jedoch zu Fuss zum Bosque de Chapultepec.
http://bosquedechapultepec.mx:9000/bosquedechapultepec/
Auf dem Weg erhaschen wir noch erste Blicke auf die Reforma, die am Sonntag verkehrsfrei ist und ganz den zahlreichen Spaziergängern, Joggern, Rollschuh- und Fahrradfahrern gehört. Vor dem Museum kommen wir gerade rechtzeitig zu der Darbietung der Voladores de Papantla, die wir in Papantla selber schon bewundern durften.
Dann stürzen wir uns in das Museum. Es gibt so vieles zu sehen, man könnte hier Tage verbringen. Gegen Abend machen wir uns müde und voller Eindrücke auf den Heimweg.
In Condesa sind wir auf die vielen HSBC-Fahrräder aufmerksam geworden. Das wär doch was für uns. Wir laden die App und registrieren uns für Montag, vorerst mal für einen Tag. Denn heute wollen wir ins historische Zentrum. Nach dem obligatorischen Kafi im Toscana suchen wir die nächstgelegene Velostation und schnappen uns je einen fahrbaren Untersatz. Schon bald machen sich nebst dem Vorteil der Unabhängigkeit die Nachteile bemerkbar. Die Navigation ist nicht ganz einfach und die Verkehrs- und Strassenzustandssituation erfordert volle Konzentration. Nach exakt 44 von unseren 45 «Gratis»-Minuten parkieren wir die Göppel am Zocalo. Wir müssen uns nach einer anderen Transportmöglichkeit umsehen. Die Fahrräder sind nicht ideal.
Im Zentrum sehen wir uns als erstes die riesige Kathedrale an und schlendern dann durch die Fussgängerzone, vorbei an zahlreichen Juweliergeschäften. Wir kommen vorbei am Casa de Azulejos und dem Palacio de Bellas Artes. Unseren mitgebrachten Lunch nehmen wir im Alameda Park.
Dann stürzen wir uns in das Museum. Es gibt so vieles zu sehen, man könnte hier Tage verbringen. Gegen Abend machen wir uns müde und voller Eindrücke auf den Heimweg.
In Condesa sind wir auf die vielen HSBC-Fahrräder aufmerksam geworden. Das wär doch was für uns. Wir laden die App und registrieren uns für Montag, vorerst mal für einen Tag. Denn heute wollen wir ins historische Zentrum. Nach dem obligatorischen Kafi im Toscana suchen wir die nächstgelegene Velostation und schnappen uns je einen fahrbaren Untersatz. Schon bald machen sich nebst dem Vorteil der Unabhängigkeit die Nachteile bemerkbar. Die Navigation ist nicht ganz einfach und die Verkehrs- und Strassenzustandssituation erfordert volle Konzentration. Nach exakt 44 von unseren 45 «Gratis»-Minuten parkieren wir die Göppel am Zocalo. Wir müssen uns nach einer anderen Transportmöglichkeit umsehen. Die Fahrräder sind nicht ideal.
Im Zentrum sehen wir uns als erstes die riesige Kathedrale an und schlendern dann durch die Fussgängerzone, vorbei an zahlreichen Juweliergeschäften. Wir kommen vorbei am Casa de Azulejos und dem Palacio de Bellas Artes. Unseren mitgebrachten Lunch nehmen wir im Alameda Park.
https://en.wikipedia.org/wiki/Alameda_Central
Danach flanieren wir über die berühmte, heute nicht mehr verkehrsfreie Reforma zurück in unsere Wohnung. Für das Abendessen haben wir uns für die Pizzeria Nosferatu entschieden. Ein winziges Lokal, gut besetzt und sehr sympathisch. Eine gute Wahl.
Für die Fortbewegung in dieser riesigen Stadt haben wir uns für die kommenden zwei Tage für den Turi-Bus entschieden. Es gibt vier Rundkurse die man im Hop on – Hop off Stil nutzen kann. Mit der roten Linie bewegen wir uns mehr oder weniger im Zentrum und auf der Reforma. Als der Bus im grossen Verkehr nicht mehr weiter kommt, steigen wir aus und sehen uns noch das Museum modernen Künste an. Das hätte nicht unbedingt sein müssen, doch das weiss man natürlich erst im Nachhinein. Wir schnappen uns den nächsten Bus der grünen Linie und «hoppen off» beim World Trade Center. Dort erledigen wir ein paar Einkäufe in einem etwas grösseren Supermarkt und nehmen dann einen Uber zurück. Dass dies eine gute Idee war, wissen wir erst einen Tag später. Denn die grüne Linie im Abendverkehr hätte ohne Übertreibung noch Stunden gedauert. An unserem zweiten Bus-Tag nehmen wir die grüne Linie schon am Vormittag und fahren in den Süden der Stadt, in den beschaulichen Stadtteil Coyoacan.
Für die Fortbewegung in dieser riesigen Stadt haben wir uns für die kommenden zwei Tage für den Turi-Bus entschieden. Es gibt vier Rundkurse die man im Hop on – Hop off Stil nutzen kann. Mit der roten Linie bewegen wir uns mehr oder weniger im Zentrum und auf der Reforma. Als der Bus im grossen Verkehr nicht mehr weiter kommt, steigen wir aus und sehen uns noch das Museum modernen Künste an. Das hätte nicht unbedingt sein müssen, doch das weiss man natürlich erst im Nachhinein. Wir schnappen uns den nächsten Bus der grünen Linie und «hoppen off» beim World Trade Center. Dort erledigen wir ein paar Einkäufe in einem etwas grösseren Supermarkt und nehmen dann einen Uber zurück. Dass dies eine gute Idee war, wissen wir erst einen Tag später. Denn die grüne Linie im Abendverkehr hätte ohne Übertreibung noch Stunden gedauert. An unserem zweiten Bus-Tag nehmen wir die grüne Linie schon am Vormittag und fahren in den Süden der Stadt, in den beschaulichen Stadtteil Coyoacan.
https://www.planet-mexiko.com/mexiko-stadt/coyoacan/
Eigentlich hatten wir nicht geplant auszusteigen, doch die Gegend hat uns bei der Durchfahrt so gut gefallen, dass wir uns eine Stunde Mittagspause vom Busfahren gönnen.
Zurück geht es zum nächsten Knotenpunkt auf die rote Linie zum Zocalo, wo wir auf die violette Linie, der Basilica Route umsteigen. Wir wollen uns noch die Basilica der Guadelupe ansehen wollen.
Zurück geht es zum nächsten Knotenpunkt auf die rote Linie zum Zocalo, wo wir auf die violette Linie, der Basilica Route umsteigen. Wir wollen uns noch die Basilica der Guadelupe ansehen wollen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Basilica_of_Our_Lady_of_Guadalupe
Dieser Ort soll nebst dem Petersdom die meist besuchte Kirche der Welt sein. Die Spenden, die jährlich am 12. Dezember eingenommen werden, sollen höher sein als sämtliche Steuereinnahmen des Staates Mexiko. Ob dies der Wahrheit entspricht, oder nur Anekdoten sind, wissen wir nicht. Die violette Linie hat uns sehr weit in den Norden der Stadt gebracht, und es ist schon später Nachmittag. Nach diesem erlebnisreichen Tag sind wir froh, dass es Uber gibt, und wir nicht mehr mit dem Turi-Bus zurückfahren müssen.
Auf unserem abendlichen Spaziergang über die «Amsterdam» haben wir eine Bäckerei entdeckt. Am letzten Vormittag in der Hauptstadt nahmen wir uns nichts Grosses mehr vor. Einige Einkäufe, unter anderem Brot, ein gemütliches Café im Toscana, und dann per Uber zurück nach Tepotzotlan. Das Brot, ein Roggen-Sauerteig ist das beste Brot dass wir jemals auf unserer Reise gekauft haben. Es erinnert an das Holzofen-Kilo-Brot vom Hani-Beck aus meiner Kindheit in Leuzigen. Phänomenal.
Unser Uber Fahrer ist ein kleiner Clay Regazzoni und in Rekordzeit liefert er uns unfallfrei vor dem Tor von Pepe’s RV Park ab. Wir sind sehr positiv überrascht von Mexiko City und können einen Besuch dieser Stadt nur empfehlen!
In der Zwischenzeit sind unsere Freund Susanne und Ueli aus der Schweiz auch bei Pepe’s eingetroffen. Wir haben uns zwar ein paar Mal in der Schweiz getroffen, doch unsere beiden Camper sehen sich das erste Mal seit Hastalapasta in Paraguay im November 2019 wieder. Die zwei gemeinsamen Tage vergehen wie im Flug mit Gesprächen, Essen und Trinken, und ein paar Arbeiten am Friedli, was nach einem Heimataufenthalt so üblich ist.
Wir machen uns auf den Weg nach Patzcuaro, wo wir die Semana Santa verbringen wollen. «Patzcuaro Villa und RV Park» ist für uns auch fast wie ein Nach Hause kommen. Als wir vor 19 Jahren mit dem Dachzelt unterwegs waren, war dies der erste offizielle Campingplatz, den wir besucht haben. Ausser diesem Platz gab es damals im Internet genau gar nichts zu finden. Seitdem sind wir schon einige Male immer gerne hierher zurückgekehrt. In der Zwischenzeit ist die Senora eine betagte Dame geworden und auch die Anlage ist sehr in die Jahre gekommen. Ausser uns ist noch ein Platz besetzt, von einer alleinreisenden Amerikanerin, die schon seit 10 Jahren regelmässig mehrere Monate hier wohnt. Das Hotel ist leer.
In knapp 30 Minuten ist man zu Fuss im Stadtzentrum, die Bodega Aurrera und weitere Läden sind keine 5 Minuten entfernt, und es ist sehr ruhig. Was will man mehr.
Am Palmsonntag ist die Stadt voller Menschen und vor den zahlreichen Kirchen herrscht grosser Andrang. Mit geflochtenen Palmenzweigen, die vor den Kirchen verkauft werden, wird der triumphale Einzug Jesu nach Jerusalem gefeiert. Auf der Plaza Vasco de Quiroga wurde ein grosser Kunstmarkt aufgebaut. Die Zelte verschönern das Stadtbild leider nicht wirklich, aber es ist nur für die Heilige Woche. Auf der etwas kleineren Plaza Gertrudis Bocanegra haben sich für längere Zeit die Marktstände der alten «Markthalle» eingerichtet. Auch dies verschönert das Stadtbild nicht. Doch es ist eine neue Markthalle mit etwa 700 Lokalen auf drei Stockwerken, inklusive der Dachterrasse für Restaurants kurz vor der Fertigstellung. 300 Millionen Pesos sollen investiert worden sein. Leider hat die Eröffnung nicht planmässig funktioniert, so dass wir dies um etwa zwei Wochen verpassen.
Was uns bisher in Patzcuaro immer gefehlt hat war ein gutes Cafè und eine gute Bäckerei. Auf Ivo, den Schweizer war kein Verlass, und nur ein oder zweimal frisches Brot pro Woche ist nicht das Gelbe vom Ei. Gut gibt es neu «Petra». Ein modernes schönes Café mit einer Terrasse und einer Bäckerei im Erdgeschoss mit knusprigen Baguettes und einem feinen Sauerteig Weizen Roggen Mischbrot.
Wir hatten die Idee, endlich die Insel Janitzio zu besuchen. Diese liegt im Patzcuaro See, und wird im Halbstundentakt mit Booten bedient. Auf der Hinfahrt bieten traditionelle Fischer gegen ein Trinkgeld eine kleine Show. Die Insel besteht aus Restaurants und Souvenirläden. «Plunder», wie ein guter Freund treffend sagte. Wir können das bestätigen. Wir absolvieren das Pflichtprogramm, ein Spaziergang auf den Aussichtspunkt zum Monumento José Maria Morelos Pavon, ein Priester und eine herausragende Führungspersönlichkeit im Kampf um die Unabhängigkeit Mexikos. Im Innern des Monuments kann man bis in die hochgestreckte Hand aufsteigen und für 45 Sekunden die Rundumsicht geniessen. Danach kommt die nächste 10er Gruppe an die Reihe. Wahrscheinlich wäre ein Besuch nicht in der Semana Santa ein bisschen entspannter verlaufen, aber wir kommen trotzdem nicht nochmals wieder. Wir nehmen das nächste Boot zurück nach Patzcuaro und geniessen die Ruhe auf dem Campingplatz. Denn nicht einmal an diesem Ferienwochenende gibt es Gäste im Hotel.
Am Karfreitag ist es sehr still in der Stadt. Zuerst wollten wir nach Tzintzuntzan für die Passionsspiele. Doch irgendwie fehlt die Lust auf überfüllte Colectivos und Menschenmassen, und wir spazieren lieber nochmals über den Kunstmarkt und besuchen das Haus der elf Innenhöfe.
Was wir auf gar keinen Fall verpassen wollen ist die Procesion del Silencio am Karsamstagabend. Frühzeitig marschieren wir los und suchen die Assisi Kirche, wo der Umzug um 17:45 Uhr starten soll. Mit etwas Verspätung stellen sich die verschiedenen Gruppen auf. Uns interessieren vor allem die Ku-Klux-Klan-ähnlich gekleideten Gestalten, die als Zeichen ihres Schmerzes über den Tod Christi barfuss durch die Stadt gehen müssen, bzw. wollen.
Auf unserem abendlichen Spaziergang über die «Amsterdam» haben wir eine Bäckerei entdeckt. Am letzten Vormittag in der Hauptstadt nahmen wir uns nichts Grosses mehr vor. Einige Einkäufe, unter anderem Brot, ein gemütliches Café im Toscana, und dann per Uber zurück nach Tepotzotlan. Das Brot, ein Roggen-Sauerteig ist das beste Brot dass wir jemals auf unserer Reise gekauft haben. Es erinnert an das Holzofen-Kilo-Brot vom Hani-Beck aus meiner Kindheit in Leuzigen. Phänomenal.
Unser Uber Fahrer ist ein kleiner Clay Regazzoni und in Rekordzeit liefert er uns unfallfrei vor dem Tor von Pepe’s RV Park ab. Wir sind sehr positiv überrascht von Mexiko City und können einen Besuch dieser Stadt nur empfehlen!
In der Zwischenzeit sind unsere Freund Susanne und Ueli aus der Schweiz auch bei Pepe’s eingetroffen. Wir haben uns zwar ein paar Mal in der Schweiz getroffen, doch unsere beiden Camper sehen sich das erste Mal seit Hastalapasta in Paraguay im November 2019 wieder. Die zwei gemeinsamen Tage vergehen wie im Flug mit Gesprächen, Essen und Trinken, und ein paar Arbeiten am Friedli, was nach einem Heimataufenthalt so üblich ist.
Wir machen uns auf den Weg nach Patzcuaro, wo wir die Semana Santa verbringen wollen. «Patzcuaro Villa und RV Park» ist für uns auch fast wie ein Nach Hause kommen. Als wir vor 19 Jahren mit dem Dachzelt unterwegs waren, war dies der erste offizielle Campingplatz, den wir besucht haben. Ausser diesem Platz gab es damals im Internet genau gar nichts zu finden. Seitdem sind wir schon einige Male immer gerne hierher zurückgekehrt. In der Zwischenzeit ist die Senora eine betagte Dame geworden und auch die Anlage ist sehr in die Jahre gekommen. Ausser uns ist noch ein Platz besetzt, von einer alleinreisenden Amerikanerin, die schon seit 10 Jahren regelmässig mehrere Monate hier wohnt. Das Hotel ist leer.
In knapp 30 Minuten ist man zu Fuss im Stadtzentrum, die Bodega Aurrera und weitere Läden sind keine 5 Minuten entfernt, und es ist sehr ruhig. Was will man mehr.
Am Palmsonntag ist die Stadt voller Menschen und vor den zahlreichen Kirchen herrscht grosser Andrang. Mit geflochtenen Palmenzweigen, die vor den Kirchen verkauft werden, wird der triumphale Einzug Jesu nach Jerusalem gefeiert. Auf der Plaza Vasco de Quiroga wurde ein grosser Kunstmarkt aufgebaut. Die Zelte verschönern das Stadtbild leider nicht wirklich, aber es ist nur für die Heilige Woche. Auf der etwas kleineren Plaza Gertrudis Bocanegra haben sich für längere Zeit die Marktstände der alten «Markthalle» eingerichtet. Auch dies verschönert das Stadtbild nicht. Doch es ist eine neue Markthalle mit etwa 700 Lokalen auf drei Stockwerken, inklusive der Dachterrasse für Restaurants kurz vor der Fertigstellung. 300 Millionen Pesos sollen investiert worden sein. Leider hat die Eröffnung nicht planmässig funktioniert, so dass wir dies um etwa zwei Wochen verpassen.
Was uns bisher in Patzcuaro immer gefehlt hat war ein gutes Cafè und eine gute Bäckerei. Auf Ivo, den Schweizer war kein Verlass, und nur ein oder zweimal frisches Brot pro Woche ist nicht das Gelbe vom Ei. Gut gibt es neu «Petra». Ein modernes schönes Café mit einer Terrasse und einer Bäckerei im Erdgeschoss mit knusprigen Baguettes und einem feinen Sauerteig Weizen Roggen Mischbrot.
Wir hatten die Idee, endlich die Insel Janitzio zu besuchen. Diese liegt im Patzcuaro See, und wird im Halbstundentakt mit Booten bedient. Auf der Hinfahrt bieten traditionelle Fischer gegen ein Trinkgeld eine kleine Show. Die Insel besteht aus Restaurants und Souvenirläden. «Plunder», wie ein guter Freund treffend sagte. Wir können das bestätigen. Wir absolvieren das Pflichtprogramm, ein Spaziergang auf den Aussichtspunkt zum Monumento José Maria Morelos Pavon, ein Priester und eine herausragende Führungspersönlichkeit im Kampf um die Unabhängigkeit Mexikos. Im Innern des Monuments kann man bis in die hochgestreckte Hand aufsteigen und für 45 Sekunden die Rundumsicht geniessen. Danach kommt die nächste 10er Gruppe an die Reihe. Wahrscheinlich wäre ein Besuch nicht in der Semana Santa ein bisschen entspannter verlaufen, aber wir kommen trotzdem nicht nochmals wieder. Wir nehmen das nächste Boot zurück nach Patzcuaro und geniessen die Ruhe auf dem Campingplatz. Denn nicht einmal an diesem Ferienwochenende gibt es Gäste im Hotel.
Am Karfreitag ist es sehr still in der Stadt. Zuerst wollten wir nach Tzintzuntzan für die Passionsspiele. Doch irgendwie fehlt die Lust auf überfüllte Colectivos und Menschenmassen, und wir spazieren lieber nochmals über den Kunstmarkt und besuchen das Haus der elf Innenhöfe.
Was wir auf gar keinen Fall verpassen wollen ist die Procesion del Silencio am Karsamstagabend. Frühzeitig marschieren wir los und suchen die Assisi Kirche, wo der Umzug um 17:45 Uhr starten soll. Mit etwas Verspätung stellen sich die verschiedenen Gruppen auf. Uns interessieren vor allem die Ku-Klux-Klan-ähnlich gekleideten Gestalten, die als Zeichen ihres Schmerzes über den Tod Christi barfuss durch die Stadt gehen müssen, bzw. wollen.
https://patzcuaro.info/semanasanta/procesion-del-silencio/#google_vignette
Gegen Ende der Prozession, wenn es dunkel wird, werden die Laternen angezündet. Früher wurden an diesem Abend alle anderen Beleuchtungen in Geschäften und Wohnhäusern gelöscht, so dass die Strassen nur von diesen Laternen beleuchtet waren. Dies ist heute nicht der Fall. Wir bleiben fast bis zum Schluss und als der Hunger zu gross wird, holen wir uns bei Speedy Pizza ein schnelles Abendessen und machen uns auf den Heimweg.Eine Weiterreise am Ferienende ist nicht empfehlenswert. Am Sonntag wollen wir nochmals über den Kunstmarkt schlendern, und dann am Montag weiterfahren. Wie so oft, wenn es uns an einem Ort gefällt, finden wir gute Gründe um vom Plan abzuweichen und noch einen Tag anzuhängen. So auch diesmal. Vielleicht wäre es ja schon noch schön, den Hauptplatz ohne die Marktzelte zu sehen. Und schon ist es entschieden.
Unsere Nachbarin auf dem Campingplatz muss am Dienstag zu Zahnarzt nach Morelia. Da wir mit ihrem Hund Bella Freundschaft geschlossen haben, fragt sie uns, ob wir nicht Hundesitting machen möchten. Klar, und schon haben wir wieder einen Tag verlängert.
Der Tag mit Bella verläuft sehr angenehm. Am Vormittag machen wir einen Spaziergang auf den Cerro Blanco. Nach knapp drei Stunden sind wir zurück auf dem Camping und der Hund ist ziemlich erschöpft. Daher lassen wir sie für den Einkaufsbummel am Nachmittag in die Bäckerei, den Markt und die Bodega Aurrera in ihrem «Hundehaus» im Auto von Rita zurück. Nach der Rückkehr von Rita geniessen wir ein gemeinsames Apéro, bezahlen unseren Aufenthalt und machen und fertig für die bevorstehende Abreise, langsam in Richtung Oaxaca.